Wie wird eine Wurzelbehandlung durchgeführt?

Wurzelbehandlung aus Eppendorf und Barmbeck Süd

Mit der Wurzelkanalbehandlung soll die vollständige Entfernung der Pulpa aus dem Wurzelkanal, eine weitestgehende Bakterienfreiheit und ein dichter Verschluss gewährleistet werden. Das Verfüllen mit einem gewebefreundlichen Material verhindert das Übertreten von Mikroorganismen in den Kieferknochen. So können kleinere Entzündungen im Bereich der Wurzelspitzen durch die Wurzelbehandlung ausheilen.

Um dies zu erreichen, gliedert sich die Behandlung in vier Schritte: Der Aufbereitung, der Bestimmung der Wurzellänge, der Erweiterung der Wurzelkanäle, der Wurzelkanaldesinfizierung und der Wiederauffüllung.

Vor der eigentlichen Behandlung wird zunächst eine Röntgenaufnahme des betreffenden Zahnes angefertigt, um festzustellen, ob eine Wurzelkanalbehandlung überhaupt angezeigt und durchführbar ist.

Schritt 1: Die Aufbereitung

Zunächst erweitert der Zahnarzt den Zugang und säubert den Wurzelkanal. Wichtig ist hierbei, dass der Zugang nicht zu groß ist, um den unnötigen Verlust gesunder Zahnsubstanz zu vermeiden. Als Ergebnis der Aufbereitung soll der Wurzelkanal eine bis zur Wurzelspitze reichende glatte Innenfläche aufweisen. Um zu verhindern, dass während der Wurzelkanalbehandlung mit dem Speichel Bakterien in den Wurzelkanal gelangen, wird der Zahn mit einem Gummituch (Kofferdam-Gummi) isoliert.

Schritt 2: Bestimmung der Wurzelkanallängen

Nur eine exakt vermessene Wurzelfüllung kann den Zahn dauerhaft erhalten. Eine zu kurze Füllung hinterlässt Bakterien im Kanal und die Entzündung kann nicht ausheilen. Bei einer zu langen Füllung kann es zu einer Reizung und nachfolgend einer Entzündung im Kieferknochen kommen. Eine exakte Vermessung ist also die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung: Die exakte Länge wird mithilfe einer elektrische Widerstandsmessung (Endometrie) bestimmt. So kann der behandelnde Zahnarzt Sitz und Lage im Kanal sowie die Gesamtlänge des Zahns exakt bestimmen und ungenaue Füllmengen vermeiden.

Schritt 3+4: Wurzelkanalaufbereitung und Desinfektion

Um auch trotz gründlicher Säuberung noch im Wurzelkanal verbliebene Bakterien zu entfernen, platziert der Zahnarzt nach jeder Behandlung ein antibakteriell wirkendes Medikament und eine Einlage im Kanal. Die Einlage dient dazu, eine Wieder-Infektion oder eine Vermehrung im Kanal verbliebener Bakterien zu verhindern sowie zur Schmerzlinderung. Abschließend wird der Zahn bis zur nächsten Sitzung mit einer provisorischen Füllung verschlossen.

Schritt 5: Abfüllung der Wurzelkanäle:

Am Ende der Behandlung wird der Wurzelkanal mit dünnen Papierspitzen getrocknet; anschließend wird der Wurzelkanal mit einer speziellen Paste und mit Guttaperchastiften, einer gummiartigen Substanz aus Palmensaft, verfüllt. Guttapercha ist dauerhaft und gewebeverträglich, und hat die Aufgabe, den Kanal dauerhaft dicht zu verschließen, damit nicht erneut Bakterien eindringen können.

Mit einer abschließenden Röntgenaufnahme kontrolliert der Zahnarzt Dichtigkeit und Länge der Wurzelkanalfüllung: Die Füllung darf nicht durch die Wurzelspitze in den Kieferknochen ragen, da dies zu einer Entzündung mit starken Schmerzen führen kann, sondern soll etwa einen Millimeter vor der Wurzelspitze enden.